DIE MITTE

Wer sich ein wenig tiefer in die Traditionelle Chinesische Medizin vertieft, wird sehr bald über den Begriff “die Mitte” stolpern. Was damit gemeint ist? Eigentlich hat “die Mitte” für mich zwei sehr wesentliche Bedeutungen, die natürlich auch eng zusammenhängen.

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Zum einen meint die TCM mit der Mitte tatsächlich den mittleren Bereich unseres Körpers, also alles rund um die Bauchregion, vor allem die Verdauungsorgane. Magen, Dünndarm und Milz werden gerne als “die Mitte” bezeichnet. Und diese gilt es zu stärken, damit Gesundheit und Wohlbefinden gesichert sind.

Die zweite Bedeutung kennen wir in der Sprachwelt in folgendem Zusammenhang: Ich bin in meiner Mitte - das meint: Ich fühle mich zufrieden, bin ausgeglichen und harmonisch und ich fühle mich in mir selbst wohl.

Ich spreche in meinen Vorträgen ganz oft von der Mitte, die wir durch gekochte, warme, wohlschmeckende Speisen stärken können. Wenn wir gut gegessen haben, fühlen wir uns wohlig und zufrieden. Wir sind nicht über-satt und haben Bauchschmerzen, wir sind auch nicht unzufrieden, weil das Essen nicht so war, wie wir es uns gewünscht haben - nein, es war passend und die Welt ist in Ordnung.

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Auch im Alltag spüren wir es genau, wenn wir in unserer Mitte bzw. im Gleichgewicht sind. Denn dann strahlen wir heitere Ruhe aus, wir bewältigen die Herausforderungen geduldig und wir sind meist mit uns und der Welt zufrieden. Kleine Kinder zeigen es im allgemeinen recht direkt, wenn sie nicht in ihrer Mitte sind. Sie jammern, weinen oder stampfen zornig auf. Sie sind einfach unrund, manchmal ziehen sie sich auch in eine Ecke zurück, und brauchen dann die Hilfe ihrer Eltern oder anderer liebevoller Erwachsener, die für sie sorgen, so dass sie wieder ins Gleichgewicht kommen können.

Wir “großen” Menschen werfen uns vielleicht nicht weinend auf den Boden, und wir können in den meisten Fällen auch nicht einfach im Bett bleiben, wenn wir uns so richtig “aus dem Gleichgewicht” fühlen - auch wenn wir das gerne möchten. Vielleicht sehnst du dich auch manchmal nach jemandem, der dir hilft, wieder in deine Mitte zu finden, wenn alles in dir irgendwie ein Durcheinander ist?

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Ich hoffe, du hast liebe Menschen, die in solchen Fällen für dich da sind und dich aufmuntern. Was dir allerdings niemand abnehmen kann, ist das, was wir als Erwachsene für uns selbst in die Hand nehmen sollen … denn jeder Mensch braucht, um seine eigene Mitte zu finden und zu bewahren, ein großes Maß an Selbstfürsorge! Gerade wenn du dich viel um andere kümmern musst (Familie, Kinder, Enkelkinder, Pflegeberufe, pädagogische Berufe, in Beratung und Begleitung tätig…), ist es wesentlich, deine Mitte zu stärken und zu pflegen, um gesund und stark zu bleiben. Das geht nicht ohne aufmerksame, achtsame Maßnahmen der Selbstfürsorge.

Gerade im Jänner, zu Beginn des neuen Jahres, lade ich dich ein, darauf den Blick ganz gezielt zu lenken. Was könntest du tun, um selbst-fürsorglich zu handeln und deine Mitte zu stabilisieren?

Am Besten wäre es, du nimmst dir eine kleine Auszeit, und schreibst oder malst dir deine Selbstfürsorge-Ideen bunt und kreativ auf, damit du sie dir auch immer in Erinnerung rufen kannst! Das fällt mir ein …

  • Kochen und essen, was dir schmeckt, und dir gut tut

  • ausreichend schlafen und trödeln und “nichts” tun, mit sehr kleinen Kindern zumindest für kurze, aber regelmäßige Momente (Hilfe dazu annehmen!)

  • gute Gerüche - Badeöl, Duftlampe, Pflegeprodukte, aber auch Gewürze beim Kochen

  • still werden, schweigen, eventuell dabei malen oder schreiben, kritzeln, Musik hören

  • eine Reihe stricken, ein paar Puzzlesteine weiter legen, ein Mandala ausmalen, kurz mal Trampolin springen, Luftboxen und dabei schreien

  • überlegen, wie du Grenzen setzen kannst und für dich Räume zum Stärken erschließen kannst

  • tanzen, singen, auf der Gitarre klimpern, Lieblingslied laut mitgrölen

  • Kaffee, Gläschen Prosecco oder qualitativ hochwertige Speisen in schönen Lokals genießen

  • viel warmes Wasser trinken, genug essen: ausreichend Eiweiß, Fett und auch Kohlenhydrate!

  • schöne kuschelige Dinge in den Wohnraum holen und sich darin einschmiegen

  • Ausgehen mit Freundinnen und Freunden - auch wenn es nur eine halbe Stunde wird, weil das Stillbaby wieder weint - Hauptsache kurz ausquatschen!

  • raus gehen, und wenn es nur eine kleine Runde vors Haus ist - Tapetenwechsel

  • Massage, Kosmetik, Schönheitstermin gönnen

  • anderen von deinen Gedanken erzählen und Selbstfürsorge-Teams gründen!

  • Jemanden suchen, bei dem du auch mal in Tränen ausbrechen kannst und dann umarmt wirst

  • Konkrete Veränderungen planen, damit du nicht mehr so bald aus deiner Mitte gebracht wirst

  • schnell Hilfe holen, wenn du total erschöpft oder krank bist und alleine nicht weiter weißt

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Ich wünsche mir für jede und jeden von euch, die ihr das lest, dass ihr euch diese Wertschätzung gebt und in kleinen Schritten immer mehr dafür sorgen könnt, dass ihr gesund und kraftvoll in eurer Mitte ruhen könnt. Denn ohne diesem Gleichgewicht wird es mit dem Dolce Vita schwierig, und die Abwärtsspirale beginnt sich zu drehen. Und noch eine Bitte: Wenn du siehst, dass jemand in deiner Umgebung schon über längere Zeit sehr unrund und geschwächt ist, dann zögere nicht, und sprich es an. Biete Unterstützung an. Das ist sehr wichtig und überhaupt nicht aufdringlich - am besten funktioniert Dolce Vita in Gemeinschaft und Solidarität.

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Mit allen meinen Kompetenzen und Angeboten stehe ich dir gerne jederzeit zur Verfügung. Du bist bei mir mit deinen Veränderungsplänen oder Fragen dazu gut aufgehoben und ich unterstütze dich im Finden neuer Wege - in vielen Lebensbereichen. Bei Bedarf bitte einfach und unkompliziert hier Kontakt aufnehmen!

Alles Gute zu Beginn des Jahres, eure Angelika